Zweisprachig aufwachsen

Warum Kinder die Möglichkeit der Zweisprachigkeit haben sollten

Selbst mit einer zweiten Sprache hätten die Kinder kein Problem, was viele Eltern zu unterschätzen scheinen, weshalb selbst in multikulturellen Familien oft die Muttersprache eines Elternteils gar nicht oder nur teilweise an die Kinder weitergegeben wird! Der frühe Vogel fängt den Wurm – das denken sich auch die Macher der immer zahlreicher werdenden bilingualen Kindergärten in Deutschland.

Vorteile des zweisprachigen Aufwachsens

Die Vorteile einer echten Bilingualität sind nicht von der Hand zu weisen. Sprachen sind der in einem vereinten Europa die Voraussetzung für internationale Kommunikation, sei es auf der Arbeit, auf Reisen, im Auslandsstudium… Man erlernt durch eine neue Sprache immer auch ein Stück Kultur, erweitert seinen Horizont – Kinder tun dies spielerisch leicht und auch gerne. Doch auch der Persönlichkeitsentwicklung tut eine zweisprachige Erziehung gut wie jüngere Forschungsergebnisse zeigen. So wurde bei bilingualen Kindern im Durchschnitt ein höheres Maß an sozialer Kompetenz festgestellt, sie sind offener dem Fremden gegenüber und können besser als andere Kinder verschiedene Perspektiven auf Dinge einnehmen. Auch dem Umgang mit Sprachen tut dies gut, nicht allein wegen des Erlernens einer neuen Sprache, sondern weil diese Fähigkeit auch das Erlernen weiterer Sprachen im späteren Leben vereinfacht und zudem den Gebrauch der Muttersprache positiv beeinflusst. Auch ein Zusammenhang zwischen Zweisprachigkeit und einem besseren abstrakten Denken und allgemein besseren kognitiven Fähigkeiten wurde festgestellt.

Voraussetzungen für eine zweisprachige Erziehung

Um ein Kind bilingual groß zu ziehen, ist es natürlich ideal, wenn beide Elternteile verschiedene Muttersprachen haben. In diesem Fall müssen die Eltern ihre Gewohnheiten ablegen und sich dazu durchringen in Gegenwart des Kindes in ihrer Muttersprache zu sprechen. Die ängste, die viele Eltern haben, sie könnten ihr Kind damit überfordern, sind absolut grundlos. Kinder entscheiden selber wie sehr sie auf dieses „Spielchen“ eingehen, oft antworten sie selber eine ganz lange Zeit auch nur in einer Sprache, doch schon allein das Hören der anderen Sprache hilft ihnen sehr. Oft gehen Kinder auch ein- bis dreimal die Woche nachmittags zum „muttersprachlichen Ergänzungsunterricht“ der vielerorts angeboten wird – natürlich meistens nur in den „gängigen“ Sprachen spanisch, italienisch, türkisch oder der Balkansprachen. Doch nicht in jeder Familie sind diese Voraussetzungen gegeben, viele Alleinerziehende oder auch Ehepartner der gleichen Nationalität müssen daher zu anderen Mitteln greifen, wollen sie ihren Sprösslingen eine bilinguale Erziehung ermöglichen. Immer mehr Kinder werden daher in bilinguale Kindergärten geschickt, in denen sich die Erzieherinnen des gleichen Prinzips bedienen, das oben beschrieben wurde. Jede Erzieherin versteht sowohl die Landes- als auch die Fremdsprache, doch ihr ist eine feste Sprache zugeteilt. Die Kinder hören so den ganzen Tag zwei Sprachen, können aber sprechen wie sie wollen – dies entspricht dem kindgerechten „spielerischen“ Erlernen zweier Sprachen.

Anmerkung

Weltweit werden in etwa 150 Staaten fast 5000 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Wer wenigstens ein paar dieser Sprachen spricht, dem steht die Welt offen. Auch die Bildungspolitik hat (nicht zuletzt wegen des durch die Pisa-Studie entstandenen Drucks) eine Kurskorrektur vorgenommen und Englischunterricht ab der dritten Klasse eingeführt. Der frühe Vogel fängt den Wurm…

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