Wie es mich zum Arbeiten nach Spanien zog

Auslandsjahr in Spanien

Ist das wirklich eine so gute Idee, lohnt es sich nicht vielmehr, dort eher ein wenig die Sonne zu geniessen? Wie würde ich mit der spanischen Sprache klarkommen, wo ich noch nichts gelernt habe? Würde mich überhaupt jemand für einen Job nehmen? Werde ich eine Unterkunft finden? Wie lange reicht mein Gespartes? Alle diese Fragen gingen mir durch den Kopf, als ich mit einem deutsch-spanischen Wörterbuch ausgerüstet in den Reisebus nach Spanien stieg.

Dieser erste Schritt war noch recht einfach. Ich hatte meine Wohnung aufgegeben, mein Zeug bei Freunden und Verwandten untergestellt, ein Wörterbuch gekauft und das Busticket ergattert, schon sass ich auch in jenem, dieses Mal auf dem Weg in den Süden, dass erste Mal weit weg von daheim, wollte ich dieses Abenteuer wagen. Ich muss zugeben, es war ein wenig leichtsinnig, ohne jegliche Sprachkenntnisse in ein anderes Land auzubrechen, heutzutage kann ich nur zum Sprachen lernen vor Reiseantritt raten.

Die Fahrt war ein wenig umständlich, es ging über Belgien nach Paris, weiter nach Barcelona und schliesslich in den Süden Spaniens. Zu meinem Glück sassen im Bus so einige zweisprachige Spanier und so unterhielt ich mich mit Ihnen, erzählte meine Pläne und verursachte so manchen Schmunzler, so einige Lacher. Aber ich lernte auch die ersten spanischen Sätze. Der wichtigste Satz den ich lernen wollte war:“ Ich suche Arbeit“, dass war zu einfach : „Busco trabajo“, also ging es weiter mit Sätzen wie „Ich spreche kein Spanisch (no hablo español) oder Sprechen Sie English“ – Habla usted ingles?. Schritt für Schritt lernte ich also Spanisch im Reisebus.

Endlich angekommen, wollte ich auf mein Budget achten und es zog mich raus aus der grossen Stadt auf enen kleinen und günstigen Campingplatz. Mein Ziel war es, die kleinen Dörfer und Orte abzuklappern, in der Hoffnung, das ich eine Hilfsarbeit finde, ganz egal in welchem Bereich. Zwei Wochen zog ich so von Ort zu Ort, Haus zu Hof und Hof zu Haus. Die Spanier waren immer sehr freundlich, obwohl ich mich nicht sehr viel spanisches Vokabular hatte. Auch erstaunte viele, dass ich ausgerechnet nach Spanien zur Arbeitssuche gekommen bin, könnte man doch in Deutschland mit dem Arbeitslosengeld bzw der Sozialhilfe fast genausoviel verdienen wie in einem schlecht bezahlten Job in Spanien auf dem Lande, aber das wollte ich nicht. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Ich hielt es schon für hoffnungslos, ärgerte mich, nicht eher in eine Grossstadt gegangen zu sein, rechnete mir dort grössere Chancen aus, ob in einer Küche oder als Kellner, ganz egal man will ja keine Forderungen stellen, wenn man keine Ausbildung gemacht hat, sondern gerade mal die Schule fertig hat. Doch dann geschah das unerwartete, nach zwei Wochen, sagte der Chef einer kleinen Firma, das er sich vorstellen könnte, mich als Hilfskraft einzustellen. Die Arbeit sei hart und er könne mir auch nicht so viel bezahlen, aber die vielen Arbeitsstunden pro Monat würden dazu führen, das sich von dem Geld leben lässt.

Ich war happy, nahm mein Wörterbuch, suchte alle Wörter heraus, die für diesen Job wichtig waren, angefangen von den Verben, z.B. Hole mir, Bring mir, Suche das, Trage jenes, Ziehen, Schieben, Drücken und viel mehr. Dann war der erste Arbeitstag, was soll ich sagen, die Arbeit war hart, sehr hart, und dass nicht nur wegen der Sonne und der Hitze, aber erstens machte es mir Spass und zweitens wusste ich ja, das in Spanien ordentlich Siesta gemacht wird, eine riesige Mittagspause, und die war dann auch sehr erholsam, ich ass nicht nur, ich schlief auch ne Runde. Dann ging es weiter an die Arbeit, und um 16 Uhr fing ich an die Minuten bis zum Feierabend zu zählen, doch irgenwie wollte der Arbeitstag nicht endet und es dauerte einige Studen, bis ich begriff wie lange die Arbeitszeit war: nämlich 10 Stunden !!!!, dann mussten auch noch die 2 Stunden Mittagspause und die 30 Minuten Frühstückspause herausgearbeitet werden. Das heisst obwohl wir um 6h30 losgefahren waren, und schon um 7h30 anfingen zu arbeiten, endete der Arbeitstag erst um 20 Uhr !!!! Um 21 Uhr kam ich dann wieder bei meiner Unterkunft an und war kaputt aber glücklich.

Ich geb zu, es dauerte eine Weile, bis ich mich an diesen Arbeitsrythmus gewöhnt hatte, vorallem, da auch Samstag bis 14 Uhr gearbeitet wurde. Doch ich wollte ja hier in Spanien arbeiten, hatte einen Job gefunden und nun wollte ich dieses Abenteuer nicht aufgeben. Jeden Tag lernte ich mehr spanisch und ausserdem hatte ich ja Samstag Nachmittag und Sonntag um ein wenig die Gegend zu erkunden. Es gibt noch viel mehr zu berichten über meine Zeit in Spanien, aber dies soll an anderer Stelle geschehen, wichtig ist mir vorallem folgende Botschaft gewesen: Wer sich selbst ein Ziel setzt, und sich bemüht, kann es schaffen. Ob man wirklich für immer auswandern oder nur für einen bestimmten Zeitraum Arbeit im Ausland sucht, ist egal. Ich habe immerhin 1 Jahr in Spanien gearbeitet und nachdem ich die Sprache gut beherrschte, setzte ich mir neue Ziel und brach, mit wunderschönen Erinnerungen und Erlebnissen im Gepäck, wieder auf.

4 Antworten auf Wie es mich zum Arbeiten nach Spanien zog

  1. Pepe sagt:

    Hallo Freunde, ich suche seriöse Leute für Oekologische Landbau in Südspanien. Wer macht mit?
    Gruss. Pepe
    pali@mails.at

  2. David Dück sagt:

    Hallo wehre interessirt . Wo ist das in spanien? was verdint man da und ab wann geht das loss?

  3. Steffi sagt:

    Hallo lieber Pepe,

    ich bin 29 Jahre alt und möchte nächstes Jahr mit meinem Freund für einige Zeit nach Spanien um dort zu arbeiten und die Sprache besser zu lernen. Ich habe schon Arbeitserfahrung in vielen Bereichen und weil ich selbst vom Land aus Süddeutschland komme kann ich mir auch eine Arbeit in der Landwirtschaft gut vorstellen.
    Auch wenn deine Anzeige schon etwas älter ist versuche ich es einfach und schreibe eine Nachricht.
    Wenn du immer noch oder wieder einmal Leute suchst dann würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen!

  4. Melina sagt:

    Hallo,
    dein Text hat mich wahnsinnig fasziniert, aber vor allem auch inspiriert.
    Mein Wunsch ist es nämlich, für ein Jahr auch nach Spanien zu reisen und dort in der Hotelbranche zu arbeiten. Ich freue mich schon wahnsinnig auf diese Zeit und bin total gespannt wie ich mich dort entwickeln werde. Ich bin allerdings deinen anfänglichen Sprachkenntnissen ein wenig voraus 😀

    Liebe Grüße
    Melina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.