Wie bekommt man ein Praktikum in Italien?

Praktikum in Italien

Doch letzten Endes habe ich festgestellt, das ein Praktikum im Lebenslauf bei der Bewerbung ein sehr grosser Vorteil ist und mich entschlossen auch eines zu machen, aber kein gewöhnliches. Wenn schon Praktikum, wenn schon unbezahlt, dann doch wenigstens im Ausland. Und kein Land gefiel mir dafür besser als Italien und natürlich wollte ich nach Rom.

Soviel zu dem grossen Plan. Dabei gab es nur einige kleine Probleme. Erstens sprach ich noch kein Italienisch (uups), wusste nicht wo und wie ich mich bewerben sollte und hatte keine hilfreichen Kontaktpersonen oder Beziehungen. Also hab ich es ganz einfach angegangen: Zuallererst musste ich mich der Landessprache bemächtigen. Zum Glück ist Italienisch eine sehr einfach zu erlernende Sprache, zumindest für Menschen mit Deutsch als Muttersprache (bzw. Französisch, Spanisch und Portugiesisch – da isses noch einfacher).

Die Strategie war die folgende, ich nahm ein Assimilbuch Italienisch für Anfänger ohne Anstrengung, hab jeden Tag eine Lektion gemacht, gleichzeitig gab es von Langenscheidt so einen genialen Vokabelntrainer, mit Audioausgabe, so dass ich mir jeden Tag 50 Vokabeln anhörte inklusive Beispielsatz, nach zwei Wochen fing ich an mich nach einem Gesprächspartner umzusehen mit dem ich mich dann regelmässig zweimal traf und wir uns mit einfachen Sätzen auf italienisch unterhielten, meisstens wiederholte ich den Stoff aus dem Buch und die Vokabeln. Zusätzlich habe ich mir noch von DTV zweisprachige einfache Literatur (italienisch-deutsch) geholt. Nach drei Monaten hatte ich einen unglaublichen Wortschatz und konnte schon sehr gut fast alles verstehen.

Ich habe also weiter mit meinem iPod die MP3 der italienisch Lektionen gehört und angefangen mir eine Bewerbung auf italienisch zu schreiben, und diese mit meinem italienischen Gesprächspartner so einige Male umgeschrieben, bis die engültige Fassung dann mit Foto als PDF gespeichert wurden, denn ich wollte mich elektronisch bewerben um den ganzen Papieraufwand zu umgehen.

Nun hiess es einen Praktikumsplatz zu finden, ich wollte natürlich unbedingt nach Rom, zu meinem Glück, denn die Stadt ist so gross, dass man dort eher was findet als in den kleineren italienischen Städten. Als Zeitraum kam für mich nur der Sommer, das heisst die vorlesungsfreie Zeit in Frage, da verreisen zwar die meissten Italienier, so das weniger in Rom los ist, aber es gibt trotzdem noch genug zu sehen und zu erleben.

Ich habe mir eine Liste von grossen Unternehmen in Rom und Italien herausgearbeitet, natürlich nur solche Firmen, welche mich auch interessieren und gross genug sind, um einen weiteren Praktikanten zu verkraften. Anschliessend habe ich jeweils die Abteilung welche mich am meissten interessierten rausgesucht und auch den jeweils Verantwortlichen der Abteilung, denn ich wollte vemeiden das meine Bewerbung mit 1000 anderen auf dem selben Tisch liegt. Zum Schluss hatte ich als 35 Firmen und 34 Verantwortliche ausfindig machen können. Also habe ich einfach 35 Emails ausgearbeitet und diese dann mit meinem italienischen Unterstützer herausgeschickt.

Damit war für mich eigentich alles erledigt, ich konnte mich weiter auf das Italienisch Lernen und die Vorlesungen der Universität konzentrieren (ich hatte im Januar angefangen die italienische Sprache zu lernen, die Bewerbungen zwischen April und Mai rausgeschickt). Ich wurde vorgewarnt, das die Uhren in Italien anders ticken, ich eventuell keine Antwort oder sehr spät eine Antwort bekommen würde. Zum Glück habe ich alle Bewerbungen per Email gemacht, das sparte Portokosten.

Von den 35 Firmen bekam ich 20 Antworten, aber erst im Juli und August, ihr seht, es dauert seine Zeit. Der grösste Teil waren Absagen, zum einen weil sie keine Praktikanten nehmen, oder schon welche hatten, andere bevorzugen oder im Sommer Urlaub machen und keinen gebrauchen könnten, mir aber vorschlugen im Herbst zu kommen, was natürlich nicht ging. Immerhin hatte ich 5 interessante Antworten bekommen. 3 wollten weiterführende Informationen zu meinem Fachwissen und beruflichen Erfahrungen und 2 wollten mich zu einem Vorstellungsgespräch sehen.

Jetzt war die Aufregung natürlich um so grösser, ich musste mich vorbereiten um einem Vorstellungsgespräch auf Italienisch gewachsen zu sein, und als der Tag endlich herangerückt war, sah man mir die Spannung deutlich an. Doch ich war ausgezeichnet vorbereitet und das Gespräch ein grosser Erfolg, ich hatte Eindruck hinterlassen, konnte mir die genaue Zeitdauer ausdenken und bekam monatlich soviel bezahlt, dass es für die Miete reichte.

Die Wohnungssuche hatte zwar ne ganze Weile gedauert, letzten Endes habe ich aber eine Wohngemeinschaft (WG) gefunden. Das Leben in Rom, in der schönsten Sommerzeit war herrlich, das Essen besonders lecker und das Praktikum war wirklich gut, hat sich in meinem Lebenslauf wirklich sehr gut bemerkbar gemacht. Also, viel Erfolg bei eurem Versuch, ein Praktikum in Italien zu finden und nicht vergessen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Eine Antwort auf Wie bekommt man ein Praktikum in Italien?

  1. Miriam sagt:

    Hallo,

    Ich bin zur Zeit auch auf der Suche nach einem Praktikum in Rom und so habe ich mit großem Interesse deinen Bericht gelesen. Zuerst möchte ich sagen Hut ab, dass du schon innerhalb von 6 Monaten in der Lage warst, in einer neu erlernten Sprache sofort zu arbeiten. Ich lerne Italienisch schon seit 1,5 Jahren, vorriges Jahr habe ich ein Auslandssemester in Pisa absolviert, aber wenn ich Italienisch spreche, fühle ich mich immer noch ziemlich unsicher. Ich möchte dich fragen, in welchem Bereich du das Praktikum gemacht hast und ob du nur rein italienische Firmen angesprochen hast oder eher internazionale Unternehmen, wo du auch neben Italienisch zB Deutsch oder Englisch verwenden konntest.

    Ich freue mich auf deine Antwort

    Miriam

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