Was in Deutschland oft als Problem der Alterspyramide dargestellt wird bzw. Altersarbeitslosigkeit, kann, wenn man sich den europäischen Vergleich anschaut, auch einfach nur ein Problem des Arbeitsmarkets an sich sein, der mehr Arbeitskräfte im Angebot hat als benötigt, während die Konjuktur nicht stark genug ist.
Es bleibt im einzelnen genau zu betrachten wie andere Länder es schaffen, einen deutlich höheren Teil der über 50jährigen in den Arbeitsmarkt einzugliedern – bzw. mit den nötigen Fachkompetenzen auszustatten so dass sie für den Arbeitsmarkt interessant bleiben.
Kommen wir nun zu der Statistik, Zahlen aus dem deutschsprachigen Raum sind hervorgehoben worden.
Anzahl der über 50 jährigen im Job:
87 % Island
76 % Schweden
74 % Schweiz
72 % Norwegen
70 % Dänemark
66 % Grossbritannien
64 % Deutschland
57 % Frankreich
54 % Spanien
49 % Österreich
46 % Italien
Die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gestalltet sich nicht immer so einfach wie gewünscht oder angenommen. Man muss sich Zeit nehmen seine eigene Lage als Arbeitssuchender zu analysieren. Folgende Fragen sollte man sich selbst beantworten um sich einen Rahmen für das weitere Vorgehen zu setzen:
- Bewerbe ich mich in ganz Deutschland?
- Welche Arbeitschancen gibt es in dem von mir ausgwählten Arbeitsbereich?
- Wie baue ich mir ein Netzwerk zur Arbeitsplatzsuche auf?
- Wie schreibe ich meinen Motivationsbrief?
- Wie gestalte ich die erste Kontaktaufnahme (Telefon/Email/Brief)?
- Wer kann mich während des Suchvorganges gut beraten und betreuen?
- Wie habe ich den Verlust des alten Arbeitsplatzes verkraftet? Brauche ich psychologische Unterstützung bzw. Beratung?
- Werde ich von meinem Umfeld aktiv bei der Arbeisplatzsuche unterstützt? Wie kann ich das noch verbessern?
- Wie motiviere ich mich nach negativen Antworten / Absagen?
Sobald man diese Frage für sich beantwortet hat, sollte man sich einen Aktionsplan erstellen und einen Terminplan aufstellen. Darin sollte Platz sein für das schreiben und ständige Verbessern des Lebenslaufes und des Motivationsbrief, das Suchen von Anzeigen in gängigen Zeitschriften und Internetportalen, Besuch von Beratern (Freunde, Personen die im gesuchten Arbeitsbereich Arbeiten, private Vermittler, Bundesagentur für Arbeit etc.) und auch Motivationsübungen – wichtig ist es auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit einen Rythmus beizubehalten der das anschliessende integrieren in den Arbeitsplatz erleichtert und einen in Schwung hält.
Oft kann es auch hilfreich sein, sich Weiterzubilden und Zusatzqualifikationen (die auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind) zu erwerben. Man muss generell offen für alle sein, den die Umwelt verändert sich, wer nicht flexibel bleibt, hat es oft schwer. Wenn man sich auf einen Arbeitsbereich festgelegt hat, sollte man sich zwei Listen erstellen, eine mit Städten in denen man sich vorstellen könnte zu arbeiten und eine in denen man einen Arbeitsplatz in diesem Bereich finden kann.
Bei der Wahl des Berufsfeldes für das man sich bewerben möchte sollte man sowohl darauf achten, was einem selber wichtig ist, aber auch die sozial-wirtschaftliche Realität – wer sich nur um einen Job bewirbt der nicht mehr gesucht wird – erhöht die Wahrscheinlichkeit, nur Absagen zu erhalten.
Man kann sich auch von seinem eigenen Umfeld bereichern und motiviern lassen. Erfolgsgeschichten sammeln, Informationen austauschen – dadurch kann man neue Aspekte kennenlernen, an die man selber vorher noch nicht gedacht hatte. In jedem Fall muss man sich bewusst sein, dass nichts geht, wenn man keine Zeit investiert und sowohl Ausdauer als auch Kontinuität und Hartnäckigkeit beweisst, um sein Berufsziel zu erreichen.



