Die Sprache des 3.Reiches hat unsere deutsche Sprache mehr gepraegt als uns bewusst ist. Eine sehr guten Einblick in diesen Abschnitt der Geschichte gibt das Buch “LTI” von Victor Klemperer. Wir zeigen hier einige der Ueberbleibsel auf, welche noch heute in der deutschen Alltagssprache verwendet werden, ohne dass man sich deren Bedeutung bewusst ist…
10 deutsche Wörter die erst durch das Dritte Reich geprägt wurden
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Deutsche Sprache
Wenn wir unsere deutsche Sprache verwenden, machen wir uns selten die Muehe zu hinterfragen, wo bestimmte Begriffe und Redewendungen herkommen. Wie vernachlaessigen meist grosszuegig das etliche Woerter aus anderen Sprachen stammen und durch bestimmte Umstaende ihren heutigen Platz in der deutschen Alltagssprache gefunden haben. Genauso ist nur den Wenigsten bewusst, das etliche deutsche Woerter erst durch die Nazis und die gezielte und massenhafte Verwendung im Dritten Reich gepraegt wurden.
Ein sehr wichtiges und sehr empfehlenswertes Buch, das sich genau mit diesem Kapitel der deutschen Sprache beschaeftigt, ist das Werk “LTI” von Victor Klemperer. “LTI” steht fuer Lingua Tertii Imperii – die Sprache des Dritten Reiches. Wer sich also fuer die Geschichte der deutschen Sprache interessiert, kommt um diese Werk nicht herum.
Hier eine Auswahl von Woertern die erst durch das Dritte Reich gepraegt wurden:
1) Staatsakt
Der erste Staatsakt wurde von Goebbels am 21. Maerz 1933 in der Potsdamer Garnisionskirche organisiert. Heutzutage wird jede Feierlichkeit zur Wuerdigung einer Person durch den Staat als Staatsakt bezeichnet.
2) Spontan
Ob Applaus, Beifallsbekundungen, Aufmaersche, Sympathiebekundungen zum Fuehrer. Alles geschah, so zumindest las man es in allen Naziblaettern, ganz spontan.
3) Fanatisch
Niemals vor dem 3. Reich wurde das Wort fuer etwas positives verwendet. Erst die massenhafte Verwendung des Adjektives brachte die Aenderung. Heute kann man ohne Probleme in vielen Artikeln Saetze lesen wie: “Die Weltmeisterschaft loest fanatischen Jubel aus” oder “In der McLaren-Box brach fanatischer Jubel aus”.
4) Dachorganisation
Im dritten Reich wurde alles zentralisiert, der Begriff Dachorganisation wurde gepraegt. Es gab selbst die Dachorganisation des Deutschen Katzenwesens (Katzenfreunde). Heute findet man den Begriff ueberall, Dachorganisation fuer Karneval, fuer Handelskammern, von Sportvereinen etc.
5) Organisieren
Statt arbeiten, etwas erledigen, machen oder kaufen, wurde in der Nazizeit alles “organisiert”, denn es gab ja nichts mehr zu kaufen (nur Lebensmittelmarken) und wer etwas wollte “organisierte” es sich. Auch heute sagt man noch: “hab mir ein Ticket organisiert, ein Bier organisiert etc.”
6) Historisch, einmalig, ewig
Jedes Ereignis, jede gewonnene Schlacht, jeder Sieg, jeder Aufmarsch – alles war im 3.Reich entweder historisch, einmalig oder ewig. Ironie der Geschichte: auf die Frage was nach dem 3. Reich kommt duerfte man nicht antworten “das 4.” sondern, “Nichts, das das 3.Reich ist ewig.”
7) Sichergestellt
Da die Gestapo ja angeblich keine Diebe waren, nichts stahlen (klauten), sprach man beim Raub von privatem juedischen Besitz (z.b. Bibliotheken) einfach von etwas das dank der Gestapo “sichergestellt” wurde. Heutzutage ist es ganz normal zu sagen “Geld oder Diebesgut oder Beweismaterial wurde sichergestellt.”
8 ) Superlative z.b. “Gross”
Im 3.Reiche wollte den Eindruck erwecken, das groesste, tollste und schoenste zu sein. Daher gab es keine normalen Kundgebungen, Offensiven etc sondern nur Grosskundgebungen, Grossoffensiven und Grosskampftage. Auch heute ist noch die Rede von Grosskundgebungen und Grossveranstaltungen.
9) Woerter der Bewegung
Nazis wollten den Eindruck erwecken staendig zu arbeiten, staendig etwas zu tun, und dass liess sich am Besten mit Woerter die Bewegung signalisieren erreichen. Somit sprach man immer von Der Bewegung, Hetzschriften (der Stuermer, der Angriff), der Blitzkrieg. Aus dem urspruenglichen deutschen Satz “Gemuese gefrieren machen” wurde ” wurde durch die Nazis “Dank neuer Techniken friert man Gemuese ein“.
10) “Volks”…
Es gab die Volksgemeinschaft, Volksempfaenger, Volksgenossen, den Volkskrieg, den angeblichen Volksschaedling, den Volkswagen, ein Schriftsteller / Politiker war entweder volksnah oder volksfremd. Auch heute wird dieser Trend fortgesetzt. Man kann in bestimmten deutschen Printerzeugnissen Artikel lesen ueber “Volksaktie”, “Volkslaufschuh”, “Volksauktion” und andere angebliche “Volksprodukte”.
Das war ein kleiner Einblick in die vielen Interessanten Beispiele des Buches. Die Nazis manipulierten auch gekonnt dank der taeglich in Radio und Zeitung verwendeten Sprache. Aus Niederlagen wurden Rueckschlaege, aus Kriegen Weltkriege, aus einem Rueckzug wurde eine “gemeisterte Krise” oder ein “sich freigekaempft” oder “Frontbegradigung”.
Der Artikel zielt nicht darauf ab, Menschen danach zu beurteilen welche Wortwahl sie verwenden, denn einige der von den Nazis verwendeten Begriffe sind in die deutsche Alltagssprache einfach uebergegangen und nur schwer wieder wegzudenken. Doch er soll auf ein Buch aufmerksam machen, dass die Augen oeffnet und die interessante Herkunft einiger Begriffe bzw die Veraenderung der Verwendung durch die Nazis und das Dritte Reich darlegen.
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In dem Fall sollte die Bild Zeitung wohl mal Ihre Volks-*** Aktionen überdenken…
Was ist mit dem Begriff “Endziel”? Wird in LTI auch behandelt und heute immer häufiger verwendet.
Bist Du/Seid Ihr ganz sicher, dass das auf alle genannten Worte zutrifft. Bei Volkslied hätte ich so meine Zweifel. Superlative gab es vor den Nazis, und und spontan und fanatisch könnten auch aus dem Futurismus stammen; aber das ist ja ne verwandte ecke. Zur Sorgfalt mit Begriffen auch noch eins: Drittes Reich ist eine Selbstbezeichnung der Nazis, und stammt ursprünglich von Joachim von Fiore (Floris). Er hatte im Mittelalter über Bewegung in der Geschichte nachgedacht, und sich drei Zeitalter (Reiche) vorgestellt: das des Vaters, das des Sohnes und das des heiligen Geistes. Das Dritte sollte das der Erlösung und der Wonnen sein, das Himmlische Jerusalem. Passt irgendwie nicht zur Nazizeit
ich finde du stellst hier so manches wirklich falsch und überhaupt nicht multikausal dar! sprichst über unsere sprache und beherrscht selbst so manche regel nicht?! ss lässt grüssen!
-schon deine Überschrift ist schliechtewg falsch. Diese Wörter, deren LTI Interprätation(!!) du hier aufführst, sind NICHT ERST im 3. Reich geprägt worden, sondern wurden durch übermässige und andersartige Benutzung in ihrer Semantik in einem neuen Zusammenhang ausgelegt. Wörter werden geprägt; erhalten eine Bedeutung sobald sie entstehen. Doch in unserer Sprache gibt es Wörter, die durch das 3. Reich anders geprägt wurden ABER einige dieser Auslegungen sind über die Jahre wieder verschwunden.
-Warum sollte es die Benutzung von Lehn- und Fremdwörtern einer Vernachlässigung gleichkommnen? Und was wäre bei diesen Worten, von denen sich viele seit langem in unserer Sprache befinden, denn keine Vernachlässigung? Die reine Benutzung von multilingualem Vokabular deutet wohl eher auf den Reichtum der Sprache hin, solange die Anteile ausgewogen sind.
-”einige der Ueberbleibsel auf, welche noch heute in der deutschen Alltagssprache verwendet werden, ohne dass man sich deren Bedeutung bewusst ist”
dazu wird das Wort “spontan” aufgeführt. Jedoch geht aus dem Artikel weder hervor, in wieweit die Nazis die Semantik verändert hätten, noch wird die Behauptung in irgendeiner Weise gestützt, dass man sich heute der Bedeutung des Wortes nicht bewusst wäre. Denn wieder trifft es hier zu: die Nazis haben weder das Wort, noch die Wortbedeutung erfunden.
usw… seufz
unheimlich verbesserungswürdiger artikel!!
mein gott was is das nur für ein halbwissen! es heißt nicht fanatischer jubel in heutigen zeitungen sondern frenetischer! aber jeder volltrottel muss ja seine meinung in halbwissenschaftlicher form publizieren!
nichts für ungut
aber nimm des raus sonst glaubt es noch jemand
und noch viel mehr fehler:
organisieren kam in der endphase des kriegs und danach auf als es nichts mehr zu fressen/keine heizmittel für geld gab. daneben ist es eine große lüge dass es kein geld im 3. reich gab! mein gott hast du dir hier alles ausgedacht
Sehr geehrter Leser,
um auf Auslandsjahr.eu einen Kommentar zu schreiben, bitten wir Sie sachlich zu bleiben und Ihre Meinung darzulegen, ohne einen unserer Autoren oder Leser zu beleidigen, das Beispiel “fantatischer Jubel” wurde nicht frei erfunden, sondern genau so in einer Zeitung gefunden, auch wenn es natürlich frenetischer Jubel heissen müsste, wurde das Wort “fantatisch” vom jeweiligen Journalisten verwendet. Wenn Sie sich für das Buch LTI von V.Klemperer interessieren, können Sie es gerne lesen, und werden feststellen das wir nichts erfunden haben, sondern Wissen das dieses Buch vermittelt wiedergegeben haben.
Wir können Sie nur erneut bitten, zum einen nicht beleidigend zu werden und ihre Meinung sachlich vorzutragen. Zum anderen darf jeder unserer Redakteure seinen Standpunkt darstellen und in diesem Fall wird nur auf Punkte eingegangen die das Buch LTI von V.Klemperer vermittelt, gerne können Sie das Buch lesen, um sich davon zu überzeugen.
Bezogen auf Klemperers “LTI” mögen diese Äußerungen stimmen, nähert man sich dem Buch des Philologen jedoch kritisch und akademisch ist festzustellen, dass kaum eine Behauptung wirklich wissenschaftlich/empirisch fundiert ist. Betrachtet man zum Beispiel das Verb “organisieren”, gennant in Punkt 5. und liest parallel dazu Klemperers Kapitel XVII, in welchem er genau diesen Begriff abhandelt, dient die Aussage eines KFZ-Mechanikers “Habe ich das nicht fein organisiert” als alleinige Grundlage zur Untermauereung seiner Scheinbeobachtung. Wo bleibt hierbei die Aussagekraft? Wo eine Untersuchung diveresr Medien über einen gewissen Zeitraum? Klemperers Buch mag vielleicht den Anspruch des Antifaschismus in sich vereinen, der Versuch einer Erklärungsfindung hinsichtlich des Vorgefallenen und letztendlich ebenfalls eine gehörige Portion (oft verständlichen) Revanchismus verbreiten, dennoch ist es keinesfalls als linguistische Quelle zu betrachten, da er seine THESEN oft als gesicherte und fundierte Untersuchungen darstellt, welche sie jedoch im Endeffekt nicht sind.